Warum Angst vor Liebe? – Wie es dazu kam, daß das Buch geschrieben wurde.

„WARUM ANGST VOR LIEBE“ prangt in großen roten Buchstaben auf dem Cover dieses Sexualratgebers. Will uns der Ratgeber näher bringen, warum wir Angst vor der Liebe haben sollten, oder will er uns die Ängste nehmen? Der Titel, so wie auf dem Cover notiert, ist fehlleitend. Zumal uns auf beeindruckenden 38 Seiten die „Irrwege der Liebe“ erläutert werden, vor denen man sich fürchten sollte: Sadismus, Masochismus, Fetischismus und Homosexualität- beide Lesearten des Titels wären also möglich.

Doch natürlich ist es als einfühlsame Frage gemeint „Warum Angst vor Liebe? Psychologie und Technik des Liebeslebens“ ist 1950 erschienen. Geschrieben wurde es von Dr. H.F. Elsen, dessen Vornamen wir als Leser des Buchs nicht erfahren.

Das Vorwort ist wirklich lesenswert, denn es rückt den ganzen Ratgeber in ein dramatisches Licht. Beschrieben wird der angebliche Entstehungshintergrund: Der Sachinhalt ist traurig, aber im entsprechenden historischen Kontext sachlich: Der Autor des Ratgebers verstarb im Krieg und sein Cousin entschloss sich, das bis dahin unveröffentlichte Manuskript herauszubringen. Diese Informationen sind bislang glaubwürdig- interessant wird jedoch die Inszenierung, auf die ich etwas näher eingehen möchte. Denn die Darstellung der Entstehungsgeschichte ist dramatisch – die Legitimationsabsichten  aber charakteristisch für Ratgeber der damaligen Zeit.

Das Vorwort beginnt mit dem Tod des Autors, Oberarzt Dr. H.F. Elsen, im Sommer 1944
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Musik am Mittwoch: Kinky Fucky Time

Musik

 BDSM- von SMlern für SMler: Kinky Fucky Time von Count Boogie. Leider nur mit Altersfreigabe von Youtube zu schauen 😦 Ist der Inhalt wirklich so jugendgefährdend? Ist meine Sicht da getrübt? Oder die Youtubezensur ähnlich streng wie bei homosexuellen Inhalten? Ich hoffe, dass dennoch möglichst viele von euch in den Genuss dieses Liedes kommen.

BDSM in Comics: Fluffy Bunny Domination

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Mit freundlicher Genehmigung  von GleefullyMacabre

Nein, Fluffy Bunny Domination ist alles andere als ein Comic über flauschige Hoppelhäschen.  Mit Bunnys hat diese Sammlung von lose verknüpften BDSM Comicstrips herzlich wenig gemeinsam. Und von „Fluffy“ hat die Autorin dieser Reihe,  GleefullyMacabre, ihre ganz eigene Vorstellung: Fluffy ist das Gegenstück zu kinky, ist lieb, weich, harmlos…. man könnte sagen vanilla.  Genau dafür hält sich Fluffy, das Alter Ego der Künstlerin und Protagonistin der Comics. Lieb und nett ist sie wirklich, ein bisschen überdreht und unbedarft. Aber wie unkinky sie wirklich ist, zeigt sich in der Interakion mit anderen Figuren.
Auf diese liebe, nette fluffy-Art wirft die Künstlerin mit einem Augenzwinkern einen Blick auf sich und die BDSM Szene. Und ich bin mir sicher, dass nicht nur ich mich in ihren Beschreibungen wiederfinde.

Bislang sind 60 Strips erschienen und die regelmäßigen Posts lassen darauf hoffen, dass es bald deutlich mehr werden. Zu finden sind die Bilder unter: http://www.fluffyart.com

Spank your Way through History

Spanking Machine
„(1830)Von all diesen unterschiedlichen Moden an Bestrafungsmethoden ist Auspeitschen die am häufigsten benutzte; aber im Peitschen ist noch nicht einmal die Qualität der Instrumente vom Gesetz vorgeschrieben: Die Menge an Kraft die angebracht wird liegt ganz in dem Ermessen des Bestrafers. Er macht die Bestrafung so unbedeutend oder schwerwiegend wie es ihm gefällt. (…)
Die folgende Vorrichtung würde, in Maßen, dieser Ungerechtigkeit vorbeugen: Eine Maschine könnte gebaut werden, welche  bestimmte elastische Rohrstöcker oder Walknochen in Bewegung setzen könnte, und die Zahl und Größe wäre vom Gesetz vorgeschrieben: Der Körper des Delinquenten und wäre vielleicht beansprucht von den Schlägen der Stöcke, und die Kraft und Geschwindigkeit, mit welcher die Schläge angebracht werden, könnten vom Gericht vorgeschrieben werden, sodass alles Willkürliche entfernt wäre. Ein Beamter mit einem verantwortungsbewussteren Charakter als der normale Bestrafer könnte über diese Bestrafung walten; und wenn es mehrere Delinquenten gäbe, die bestraft werden müssten, könnte er Zeit sparen und der Terror der Szene verstärkt werden, ohne das tatsächliche Leiden zu erhöhen, indem man die Zahl der Maschinen erhöht, und alle Missetäter zur selben Zeit bestraft. (Quelle- Übersetzung von mir)


Spankingmaschinen sind vielleicht niemals historische Realität geworden- haben die Fantasien der Menschen jedoch bereits seit mehreren Jahrhunderten beflügelt. Es sind Zeichnungen und detaillierte Beschreibungen überliefert, die auf www.corpun.com zusammengetragen wurden, vom 1830 bis heute.

Spanking Maschine 2Auf das Thema brachte mich diese Zeichnung. Sie stammt etwa aus den 30er Jahren und ist mit einer Erklärung versehen: Jungs sollten ihre Kraft beweisen, indem sie an den Griffen zogen und sich selbst einen Schlag und Elektroschocks verpassten… Fehlkonstruktion. Ich hätte es eher umgekehrt gemacht: Wenn er die Gewichte sinken lässt, erhält er den Schlag und Elektroschocks so lange, bis er die Gewichte wieder hochgehoben hat… aber zumindestens das Paddel sei abnehmbar und separat zur Bestrafung benutzbar 😉
Irgendwie reizvoll die Idee, und faszinierend, auf welch unterschiedliche Weise sie umgesetzt werden kann. Mich fasziniert die Unnachgiebigkeit der Maschine und ihre Möglichkeit, zahlreiche Leute zugleich oder nacheinander zu bestrafen. Die Idee hinter den Maschinen ist – wenig überraschend – natürlich ein anderer: Gerechtigkeit. Durch eine unbestechliche Maschine würde ein jeder Straftäter genau die vom Gesetz vorgesehene Bestrafung erhalten, die sonst im Ermessen des Ausführenden und im Geldbeutel des Angeklagten lag. Das kritisierte jedenfalls die oben zitierte Quelle.

Ab den 1870ern liegen hautsächlich satirische Darstellungen von Spankingmaschinen vor, mit ironischen Namen versehen wie „The gentle persuader“. Umso faszinierender ist es, dass in den 1970er Jahren in Deutschland wirklich jemand ein Patent auf eine Spanking Maschine anmeldete, und es wie 1830 als humanes Bestrafungsinstrument für junge Delinquenten vorschlug. 2000 Stück sollten für Westdeutschland erst einmal reichen, überlegte der Erfinder. Die BRD war wohl anderer Meinung.

Zwischen dem Vorschlägen von 1830 und 1970 gibt es einen großen Unterschied: den Effekt, den die Maschinen auf den Delinquenten hätte. 1930 wird die Spankingmaschine vorgeschlagen, damit „der Terror der Szene verstärkt werden [kann], ohne das tatsächliche Leiden zu erhöhen, indem man die Zahl der Maschinen erhöht, und alle Missetäter zur selben Zeit bestraft“ Die Massenbestrafung, unter den Augen eines Bestrafers, sollten den psychischen Druck auf den Delinquenten erhöhen.
1970 wird jedoch erwartet, dass „All dies automatisch passiert. Niemand anders ist im Raum anwesend, sodass kein Risiko für Grausamkeiten und Erniedrigungen vorliegt.“ Die Spankingmaschine sollte den psychischen Druck also vermindern.

Denn neben dem Kopfkino sind es interessante historische Entwicklungen, die sich da abzeichnen. Sollte jemand ein Buch zu dem Thema kennen: immer her mit den Empfehlungen!

Filmszene: Club Vandersexxx (Eurotrip)

Musik

Diese Szene aus „Eurotrip“ hat längst einen gewissen Kultstatus erreicht. Für alle, die den Film noch nicht kennen: Es handelt sich um einen Teeniefilm, zum größten Teil auch mit dem typischen Teeniehumor: Scott reist mit seinem besten Freund Cooper und den Zwilligen Jamie und Jenny quer durch Europa, um zu seiner deutschen Brieffreundin Mike zu gelangen. Dabei nehmen sie jedes Nationaliätenklischee mit, was man nur finden kann. Auf ersten Blick erscheint der Film platt- auf zweiten Blick findet man herrlich lustige Szenen, die mit diesen Klischees auf nette Weise spielen, gerne mal Seitenhiebe auf Amerika austeilen, und gut versteckt einige sehr bekannte Gesichter zeigen: Vinnie Jones als Manchester United Hooligan,  Mad Damon als Sänger, mit dem Scotts Freundin ihn betrügt, und der ihn mit „Scotty doensn’t know“ öffentlich bloßstellt. Und was wenigen aufgefallen sein dürft: Lucy Lawless als Domina. Ja, die niederländische Domina in der berühmten Vandersexxx Szene ist Xena!

Cooper, der den heißen europäischen Sex sucht, landet in Amsterdam promt in einem Bordell, in dem sich die Bordellmutter mit zahlreichen Mädels um ihn kümmert. Doch kaum hat er sich zurückgelehnt, schließen sich die Handschellen um seine Handgelenke und der „Vandersexxx“ beginnt:  Zusammen mit den grobschlächtigen Handlangern „Hans!“ und „Gruber!“ ermöglicht Xena Cooper zu Rammsteinmusik ein tiefgehendes Erlebnis.

Nett ist der Sarkasmus, mit dem sie ihn begegnet, die Folter mit dem Äffchen, und natürlich das Safeword, das Cooper von Xena erhält, und das ihn noch tiefer ins Unglück jagt, und das längst Geschichte geschrieben hat: FLÜGGÅƎNK∂€ČHIŒβØL∫ÊN.

Natürlich handelt es sich mal wieder um eine typische, klischeehafte Darstellung von BDSM: Eine professionelle Domina, Lack und Leder, viel Effekthascherei, wenig Tiefgang. Ich kann mich auch nicht entscheiden, ob es da hilfreich oder schädlich ist, dass es durch den Humor ins Lächerliche gezogen wird. Aber zumindestens der Auftritt Xenas macht Spaß. Also: „Let the Vandersexxx begin!“/p>

Hinweis: wer keinen freigeschalteten Account auf Youtube hat, kann die Szene auf Deutsch auch Altersfreigabefrei sehen.

Filmszene: Tomcats

Musik

Hier eine Szene aus einem Film, der meiner Meinung nach schlichtweg Schmarn ist: Tomcats. Der Plot lässt sich schnell zusammenfassen: Jungs wetten, als letzte zu heiraten. Showdown zwischen zwei der Jungs. Protagonist verliebt sich. Bla, bla, bla. In dieser Szene möchte der Protagonist eine kleine Bibliothekarin vernaschen.  Er hat wahllos in der Bibliothek ein zuspät abgegebenes Buch ausgewählt- „der Scharlachrote Buchstabe“- um von der kleinen grauen Maus Hilfe zu kriegen. Doch die vermeintliche graue Maus entpuppt sich als feurige Domina, die mit „Granny“ an der Seite dem Frauenheld den Hintern versohlt.

Neben der Tatsache, dass der Film auf dem typischen übertriebenen Humor von pubertierenden Jugendlichen baut, die Szene vor Klischees nur so strotzt, und der Auftritt der Granny einfach nicht sonderlich lustig ist, bietet sie Szene aber auch nette Aspekte: eine heiße Rothaarige, die sich sehr elegant einen laaaaangen Overkniestiefel anzieht. Ein Bett, das ich definitiv selbst gerne hätte. Und Bestrafungen für das schlechte Behandeln von Büchern:

Kurzfilm: Open for Submissions

Musik

„Open for Submissions“- Dieser Film entstand 2002 auf dem allerersten Instant Films Festival. Bei diesem Event in Los Angeles versammeln sich jährlich Künstler, um innerhalb von 48 Stunden einen Kurzfilm zu erstellen. Am ersten Tag haben sieben Drehbuchautoren 12 Stunden Zeit, um ein auf zwei zufällig gewählten Schlagwörtern basierendes Skript zu entwickeln. Am zweiten und dritten Tag hat dann eine wiederum zufällig zusammengestellte  Gruppe aus Regiseuren und Schauspielern Zeit, um das Skript umzusetzen. Durch diesen Prozess entstand neben vielen anderen Interessanten Filmen dieser Kurzfilm über eine D/s Beziehung: