Jungsmädchen und Mädchenjungs- Filmliste mit Transvestie und Crossdressing

(–>Einleitung) Wie versprochen die Liste von Filmen, die Crossdressing/Travestie behandeln. Bei der Auswahl beschränke ich mich alleine auf Filme, welche die Geschlechtsidentität nicht primär problematisieren (Filmlisten zum Thema Transgender finden sich beispielsweise bei Wikipedia , im Transgendernet und im Genderwunderland) . Die Grenzen zur Travestie ziehe ich dabei nicht sehr hart. Wichtig ist mir, dass  die Figuren sich weitestgehend  mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren und es für sie weitestgehend ein „Zurück“ in die Rolle ihres biologischen Geschlechts gibt. In der Wikipedia Filmliste zum Thema Crossdressing sind viele Fälle von Pre-operativen Transsexuellen, die als Crossdresser aufgeführt werden. Meiner Meinung nach handelt es sich dabei um ein anderes Thema. Aus diesem Grund habe ich diese Filme in meiner Liste aussortiert. Zudem enthält meine Liste einige zusätzliche Filme sowie ebenfalls die deutschen Titel. Ein Klick auf die Titel führt euch in den meisten Fällen zu einem Trailer, ansonsten zu einer prägnanten Filmszene oder dem Wikipediaeintrag. Auf Wunsch habe ich außerdem, falls vorhanden, die IMDb Punktzahl hinzugefügt.

Fühlt euch herzlich eingeladen, der Liste durch einen Kommentar weitere Filme hinzuzufügen! Aktueller Stand: 68 Filme

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Von Jungsmädchen und Mädchenjungs- Transvestie und Crossdressing in Filmen

Männer in Frauenrollen waren im Theater zu Shakespears Zeiten, dem sogenannten Elisabethanischen Theater, die Norm. Eine Frau auf der Bühne: undenkbar. Inzwischen haben Frauen ihren Platz auf der Bühne und im Film längst eingenommen. Und dennoch sieht man gelegentlich einen Mann im Film in Frauenkleider schlüpfen – und umgekehrt natürlich auch Frauen in Männerkleidung. Denn offensichtlich reizt das Motiv des Crossdressings, des Tragens der Kleidung des anderen Geschlechts, die Fernsehwelt mehr und vielseitiger als man zunächst annehmen möchte.
Auch bei Shakespears Stücken ist das Tragen der Kleider des anderen Geschlechts bereits mehr als nur eine Bühnentradition. Im Gegenteil: Shakespeare überspitzte in dem Drama „Was ihr Wollt“ das Motiv nahezu: Die weibliche Figur Viola, von einem Mann gespielt, kommt als Mann verkleidet zum Hofe Herzog Orsinos. Zu Shakespeares Lebzeiten also ein Mann, der eine Frau spielt, die einen Mann spielt.

Auch in der Literatur ist das Tragen der Kleidung des anderen Geschlechts bereits vor den Traditionen des Elisabethanischen Theaters zu finden: Man denke an Herakles, der als Sklave und Ehemann Omphales Frauenkleider trug und „Frauenarbeiten“ verrichtete, wohingegen Omphale sein legendäres Löwenfell und die Holzkeule trug.

Auch heute wird das Thema viel behandelt, und hat vielleicht noch an Komplexität gewonnen. Geschlechtsidentität, Travestie und Crossdressing: aus unterschiedlichen Gründen sehen wir mal einen Mann als Frau, mal eine Frau als Mann, und die Grenzen beginnen zu verschwimmen.
Ich habe das Gefühl, dass Geschlechtsidentität und –angleichung wird dabei eher in Dramen behandelt wird, Crossdressing und Travestie eher in Komödien. Charakteristisch ist, dass in derartigen Komödien zwar mit Gendergrenzen gespielt, jedoch meist nicht ernsthaft an ihnen geruckelt wird. Victoria Flanagan untersuchte Crossdressing in Kinder- und Jugendmedien und kam zu dem Ergebnis, dass das biologische Geschlecht des Protagonisten entscheidend für den Umgang mit den Gendergrenzen sei. Weibliche Protagonisten würden mit der männlichen Kleidung die Möglichkeit ergreifen, das patriarchische Gefüge in Frage zu stellen, männliche Protagonisten würden es durch das Crossdressing im Gegenteil stabilisieren.
Eine interessante These, die ich gerne diskutieren würde. Dafür stelle ich im Folgenden erst einmal eine Liste von Filmen zusammen, die das Thema behandeln, und in vier Artikeln verschiedene Fragestellungen zu den Filmen behandeln:

0. Filmliste
Eine wachsende Liste, die als Grundlage für die weiteren Untersuchungen genommen wird. Mit Links zu Trailern. Zusammenfassung in Planung.
1. Motivation
Warum schlüpfen die Charaktere überhaupt in die Kleider des anderen Geschlechts?
2. Wo die Liebe hinfällt….
Welche sexuelle Orientierung wird im Film mit dem Crossdressing verbunden? Welche Plotmuster lassen sich erkennen? Oder kommen die Filme gänzlich ohne romantische/sexuelle Themen aus?
3. Der Weg zum Happy End
Nach welchen Mustern wird die Situation aufgelöst?
4. Crossdressing und Gender
Wie gehen die Filme mit dem Thema Gender um?

Ich bin wie gesagt keine Sexualwissenschaftlerin, sondern einfach  eine junge Frau, die sich privat für das Motiv – stellt euch also weniger auf eine wissenschaftlich fundierte Behandlung des Themas ein, als auf eine Zusammenfassung meiner Gedanken 🙂

Filmszene: Club Vandersexxx (Eurotrip)

Musik

Diese Szene aus „Eurotrip“ hat längst einen gewissen Kultstatus erreicht. Für alle, die den Film noch nicht kennen: Es handelt sich um einen Teeniefilm, zum größten Teil auch mit dem typischen Teeniehumor: Scott reist mit seinem besten Freund Cooper und den Zwilligen Jamie und Jenny quer durch Europa, um zu seiner deutschen Brieffreundin Mike zu gelangen. Dabei nehmen sie jedes Nationaliätenklischee mit, was man nur finden kann. Auf ersten Blick erscheint der Film platt- auf zweiten Blick findet man herrlich lustige Szenen, die mit diesen Klischees auf nette Weise spielen, gerne mal Seitenhiebe auf Amerika austeilen, und gut versteckt einige sehr bekannte Gesichter zeigen: Vinnie Jones als Manchester United Hooligan,  Mad Damon als Sänger, mit dem Scotts Freundin ihn betrügt, und der ihn mit „Scotty doensn’t know“ öffentlich bloßstellt. Und was wenigen aufgefallen sein dürft: Lucy Lawless als Domina. Ja, die niederländische Domina in der berühmten Vandersexxx Szene ist Xena!

Cooper, der den heißen europäischen Sex sucht, landet in Amsterdam promt in einem Bordell, in dem sich die Bordellmutter mit zahlreichen Mädels um ihn kümmert. Doch kaum hat er sich zurückgelehnt, schließen sich die Handschellen um seine Handgelenke und der „Vandersexxx“ beginnt:  Zusammen mit den grobschlächtigen Handlangern „Hans!“ und „Gruber!“ ermöglicht Xena Cooper zu Rammsteinmusik ein tiefgehendes Erlebnis.

Nett ist der Sarkasmus, mit dem sie ihn begegnet, die Folter mit dem Äffchen, und natürlich das Safeword, das Cooper von Xena erhält, und das ihn noch tiefer ins Unglück jagt, und das längst Geschichte geschrieben hat: FLÜGGÅƎNK∂€ČHIŒβØL∫ÊN.

Natürlich handelt es sich mal wieder um eine typische, klischeehafte Darstellung von BDSM: Eine professionelle Domina, Lack und Leder, viel Effekthascherei, wenig Tiefgang. Ich kann mich auch nicht entscheiden, ob es da hilfreich oder schädlich ist, dass es durch den Humor ins Lächerliche gezogen wird. Aber zumindestens der Auftritt Xenas macht Spaß. Also: „Let the Vandersexxx begin!“/p>

Hinweis: wer keinen freigeschalteten Account auf Youtube hat, kann die Szene auf Deutsch auch Altersfreigabefrei sehen.

Filmszene: Tomcats

Musik

Hier eine Szene aus einem Film, der meiner Meinung nach schlichtweg Schmarn ist: Tomcats. Der Plot lässt sich schnell zusammenfassen: Jungs wetten, als letzte zu heiraten. Showdown zwischen zwei der Jungs. Protagonist verliebt sich. Bla, bla, bla. In dieser Szene möchte der Protagonist eine kleine Bibliothekarin vernaschen.  Er hat wahllos in der Bibliothek ein zuspät abgegebenes Buch ausgewählt- „der Scharlachrote Buchstabe“- um von der kleinen grauen Maus Hilfe zu kriegen. Doch die vermeintliche graue Maus entpuppt sich als feurige Domina, die mit „Granny“ an der Seite dem Frauenheld den Hintern versohlt.

Neben der Tatsache, dass der Film auf dem typischen übertriebenen Humor von pubertierenden Jugendlichen baut, die Szene vor Klischees nur so strotzt, und der Auftritt der Granny einfach nicht sonderlich lustig ist, bietet sie Szene aber auch nette Aspekte: eine heiße Rothaarige, die sich sehr elegant einen laaaaangen Overkniestiefel anzieht. Ein Bett, das ich definitiv selbst gerne hätte. Und Bestrafungen für das schlechte Behandeln von Büchern:

Filmszene: Kinky Boots

Musik

Der folgende Clip stammt aus „Kinky Boots“, einem zwar nicht herausragenden aber netten Filmchen. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, der Entstehung der Fetisch Schuhmarke Devine Footware: Einer traditionellen Schuhfabrik droht der Bankrott. Sie kann nur durch einen Umschwung in eine Marktnische gerettet werden: Fetisch-Schuhwerk in Herrenschuhgröße für Travestiten.
Der Plot birgt nicht viele Überraschungen, aber zumindestens einige nette Szenen. Niedlich fand ich eine alte Dame, die Vermieterin von Lola, die sie/ihn kurzerhand darauf anspricht, ob sie ihn Wahrheit ein Mann sei- nur damit sie weiß, wie sie den Toilettensitz lassen soll 😉 Kein großes Drama, Thema gegessen. Wenns nur immer so schön wäre….

Das Lied finde ich einfach sexy. Seltsam ist nur das Publikum… entspricht wohl dem Klischee. aber die Vorstellung, dass eine TV Show sich nur an andere TV richtet, kann doch keiner längeren Überlegung standhalten.

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Eine zweite Szene sei hier nur kurz verlinkt: der große Showdown auf dem Laufsteg. Männer im klassischen Jacket, Hemd, Kravatte, unten nichts als Boxershorts und dann rote Fick-mich-Stiefel…. das kann ziemlich heiß aussehen 🙂

Was bleibt hängen? „COMFY???? SEX SHOULDN’T BE COMFY!“

Filmkritik: (Not) Swinging with the Finkels

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Eine romantische Komödie, die Swingen thematisiert? Gut, heute braucht die Filmindustrie immer neue Themen. Aber wenn man bei einem Hollywoodstreifen ein Loblied auf ein promiskes Liebesleben erwartet, kann nur enttäuscht werden. Wird man auch. Denn in „Swinging with the Finkels“ geht es nicht ums Swingen. Es geht um eine stereotype Beziehung, die bereits zu Beginn des Films eingeschlafen ist, nach dem typischen Spannungsmuster eskaliert und am Ende, nach dem Beheben einiger Kommunikationsmängel, wieder glücklich ist. Nur, dass die Eskalation eben ausnahmsweise mal durchs Swingen verursacht wird. Das verspricht jedenfalls der Trailer.

Aber von vorne: Alvin und Ellie sind seit 9 Jahren ein Paar. Ihnen geht es, wie es einem in Ehe nun mal zu gehen hat: im Bett herrscht tote Hose. Da hilft es auch nicht, dass sie trotz anfänglicher Prüderie das Masturbieren mit einer Gurke probiert. Kein Wunder, dass dieser Versuch das Sexleben nicht wiederbelebt, wenn ein Film es sich nach „Nicht noch ein Teenie-Film“ noch traut, die (Groß)eltern just in dem Moment das Zimmer betreten zu lassen, in dem der Dildo(ersatz) in großem Bogen zwischen ihren Beinen herausschießt. Wenn Rollenspiele im Feuerwehranzug dann auch nicht mehr helfen, hat man zum Glück ja einen Klischee schwulen besten Designerfreund, der einem „Tauschies“ vorschlägt- so heißt Swingen auf schwul. Weil alle Stricke zu reißen scheinen, denkt Ellie ernsthaft darüber nach, ihre Ehe mit solchen „Tauschies“ zu retten.
Alvin quatsch indes mit seinem besten Freund über die Kirschen in Nachbars Garten, und möchte mal eine Pflaume probieren statt Jahrein- Jahraus immer nur Bananen zu vögeln essen. Na dann schnell einmal ein paar Klischee-Swingerpärchen aufs Sofa eingeladen: Das ältere FKK-Pärchen, die Domina in Lack und Leder mit ihrem übergewichtigen Hündchen das bestraft werden muss, die voluminöse dominante Dame mit ihrem schlanken Freund, irgendein Fetisch der als abstoßend dargestellt werden kann, und… das Pärchen, das auch gerne Jaffa Kekse isst. Perfekt! Let’s swing!

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(Klassische) SM-Filme

Eins der Ziele dieses Blogs ist es, eine möglichst umfangreiche Sammlung von Referenzen auf BDSM in den Medien zusammenzustellen. Wofür der Einzelne es braucht kann unterschiedlich sein: der eine befindet sich gerade mitten in der Entdeckung von BDSM, und möchte möglichst viel lesen, schauen und lernen, der andere sucht Material für eine Untersuchung, der dritte ist auf der Suche nach Filmen, um das Thema seiner Partnerin näher zu bringen, und dem vierten gehts wie mir: er möchte gerne das Gesehene reflektieren, drüber diskutieren!

Als Grudlage dieser Sammlung möchte ich im Folgenden eine Liste von Filmen vorstellen, die zum Teil bereits als Klassiker anzusehen sind. Ein Blog hat sich dem Thema bereits ausführlich gewidmet, und zu 8 Filmen Beiträge geschrieben:

Dem möchte ich ersteinmal nur einen Film hinzufügen:

Die meisten dieser Filme sind sehr bekannt und wurden bereits ausführlich an zahlreichen Stellen diskutiert. Auf jeden Fall werde ich jedoch in einem Beitrag noch auf den eher unbekannten Film „Verfolgt“ eingehen, den ich grade zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Das passt gut, da der oben verlinkte Blog gerade auf diesen Film weniger ausführlich eingeht als auf die anderen.

Wer noch weitere klassiche BDSM Filme kennt: immer her damit, ich ergänze die Liste gerne 🙂