Kurzfilm: Crossdressing – Fantasie einer Ehe

Movies Ein Jahr lang gab es keinen neuen Beitrag, bis mich jetzt ein Leser in einem Kommentar angestupst hat. Ein voller Beitrag ist dieses noch nicht, aber ein erster Schritt zum Wiederbeleben des Blogs.

Passend zu den letzten publizierten Artikeln etwas zum Thema Crossdressing. Ein Kurzfilm, der ohne ein gesprochenes Wort in unter 5 Minuten nicht nur die Faszination des Crossdressings zeigt, sondern auch einige Probleme anreißt. Das Misstrauen des Partners, versehendliches Outing…. und doch, soweit spoilere ich, zu einem Happy End kommt, wie jeder Mensch, der seine Vorlieben vor seinem Partner geheim hält, es sich wünschen kann.

Musik am Mittwoch: Oppa Kinkystyle

Musik

Die Welle von Gangnamstyle ist inzwischen soweit abgeklungen, dass man es wieder wagen darf, Videos zu posten. Diese Hamburger Jungs und Mädels haben eine Gagnamstyleparodie mit BDSM Bezug gedreht, die es sich wirklich einmal anzuschauen lohnt.

Wen es interessiert: Die Location ist „Das Verlies“ in Hamburg. Rotlicht-Kieztouren sind dort ja üblich, dennoch finde ich das Tourangebot im Verlies recht seltsam: „Danach werden Sie von charmanten Zofen, im sexy Outfit, durch die vielschichtigen Räumlichkeiten geleitet. Es wird Ihnen aus erster Hand erklärt, welche sexuellen Perversionen und Folterungen mit den einzelnen Geräten praktiziert werden.“ Außerdem gibt es eine „Live SM-Show mit echter Domina und Sklaven“…. mich erinnert das ein wenig an die Irrenhaus-Führungen früher.

Deutschlandradio Kultur widmed sich am 20.02.13 um 19:30 dem BDSM. Ok, zugegeben, das was BDSM nach Shades of Grey ist:

„Phantasien in Plüschhandschellen
Wie verändert sich die gesellschaftliche Wahrnehmung des Sadomasochismus?
Ist der Hype um den Trivialroman ‚Shades of Grey‘ wirklich ein Ausdruck dafür, dass der Sadomasochismus im Mainstream angekommen ist?“ 

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitreisen/

Ich bin gespannt, ob wirklich einmal vernünftige Stimmen zu Worte kommen.

Was denkt das Internet über BDSM?

Was denkt das Internet über BDSM/Sadomasochismus? Eine interessante Frage, der man alleine aufgrund der Datenmenge als Mensch schwer nachkommen kann. Also müssen Programme her, deren Algorithmen diese Sisyphusarbeit übernehmen. Seit einiger Zeit gibt es genau ein solches Programm: www.whatdoestheinternetthink.net . Als User muss man nur einen Suchbegriff eingeben, und schon spuckt einem das Programm aus, ob dieser Suchbegiff eher positiv, eher negativ oder in unklaren Kontexten erscheint. Noch funktioniert das Ganze nur auf Englisch, also habe ich es mit den Begriffen „Sadomasochism“ und „BDSM“ probiert- wiederholt. Meine erste Suchanfrage war im April 2012, meine zweite ein gutes halbes Jahr später im November.

whatdoestheinternetthink

Man sieht, dass sich einige Änderungen eingeschlichen haben. Vor einem halben Jahr habe das Internet nur positiv über „Sadomasochismus“ gedacht, inzwischen ist es leicht negativer geworden, hingegen wurde „BDSM“ vom Internet auch vor einem halben Jahr sehr zwiespältig gesehen, mit einer Tendenz ins Negative, nun jedoch im Vergleich etwas positiver. Sieht doch eigentlich gar nicht so schlecht aus – aber was sagt uns das eigentlich?

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Pony in der Fernsehkritik

Beim Fernsehkritiker ist ein Pony über den Bildschirm gallopiert – ein menschliches natürlich: Kurz Kommentiert. Die Darstellung von sexuellen Vorlieben jenseits von Vanilla ist bei Fernsehkritik eigentlich eher kritisch zu sehen. Dominas und Fetischisten haben häufig zusätzlich zu den Erniedrigungen der Fernsehsender (und Zuschauer) noch einmal ihr Fett abbekommen. Im Rückblick über die letzten 100 Folgen Fernsehkritik zeigt sich Holger etwas reumütig- vorallem weil er selbst Kontakt mit einem der Personen hatte, einem Zugliebhaber.

Bei dem Ponyfilmschnipsel hat er sich wirklich zurückgehalten – auch wenn alleine die Einbindung ohne Kommentar bereits eine Botschaft übermittelt.
Ich erwähne die Berichterstattung hier einmal, falls jemand auf der Suche ist nach Ponyplay im Fernsehn.

 

50 Shades of Parody: Das Kickstarterprojekt

Wenn ich an „Fifty Shades of Grey“ eines erfreulich finde, dann die Vielfalt der Parodien, die es hervorgebracht hat und an der man die Bandbreite der Moglichkeiten im Internet erkennt.  Da wären die „Fifty Shades of Grey für Nerds“. Ich zitiere:

  1. rgb(39,39,39) => #272727
  2. rgb(40,40,40) => #282828
  3. rgb(41,41,41) => #292929
  4. rgb(43,43,43) => #2b2b2b
  5. rgb(44,44,44) => #2c2c2c

Für den Ottonormalverbraucher gibt es natürlich längst eine „Übersetzung“ Inzwischen wurde das Ganze aber auf die Spitze getrieben mit folgendem Kickstarterprojekt. Denn:

There’s more to this story than meets the blindfolded eye. The truth is, 50 Shades of Grey is hiding something from its readers. Something dark. Many somethings, in fact. Because 50 shades of grey doesn’t tell the whole story. 50 shades of grey leaves out…49 additional shades of grey.

Das Projekt „99 Shades of Grey“ hat sein Ziel längst übertroffen- läuft aber noch 6 Tage. Für alle willigen Spender gibts natürlich spannende Boni, wie zum Beispiel:

$1 – BDSM – For your pledge of $1 or more, you get the privilege of knowing that you are a part of the BDSM community (Backers Donating Some Money), plus you get exclusive backers-only updates.

Schaut euch doch einfach mal das Projekt bei Kickstarters an. Für so einem Quatsch würde ich nicht zum Spenden aufrufen- als Parodie finde ich es gelungen 🙂

Warum Angst vor Liebe? – Wie es dazu kam, daß das Buch geschrieben wurde.

„WARUM ANGST VOR LIEBE“ prangt in großen roten Buchstaben auf dem Cover dieses Sexualratgebers. Will uns der Ratgeber näher bringen, warum wir Angst vor der Liebe haben sollten, oder will er uns die Ängste nehmen? Der Titel, so wie auf dem Cover notiert, ist fehlleitend. Zumal uns auf beeindruckenden 38 Seiten die „Irrwege der Liebe“ erläutert werden, vor denen man sich fürchten sollte: Sadismus, Masochismus, Fetischismus und Homosexualität- beide Lesearten des Titels wären also möglich.

Doch natürlich ist es als einfühlsame Frage gemeint „Warum Angst vor Liebe? Psychologie und Technik des Liebeslebens“ ist 1950 erschienen. Geschrieben wurde es von Dr. H.F. Elsen, dessen Vornamen wir als Leser des Buchs nicht erfahren.

Das Vorwort ist wirklich lesenswert, denn es rückt den ganzen Ratgeber in ein dramatisches Licht. Beschrieben wird der angebliche Entstehungshintergrund: Der Sachinhalt ist traurig, aber im entsprechenden historischen Kontext sachlich: Der Autor des Ratgebers verstarb im Krieg und sein Cousin entschloss sich, das bis dahin unveröffentlichte Manuskript herauszubringen. Diese Informationen sind bislang glaubwürdig- interessant wird jedoch die Inszenierung, auf die ich etwas näher eingehen möchte. Denn die Darstellung der Entstehungsgeschichte ist dramatisch – die Legitimationsabsichten  aber charakteristisch für Ratgeber der damaligen Zeit.

Das Vorwort beginnt mit dem Tod des Autors, Oberarzt Dr. H.F. Elsen, im Sommer 1944
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50 Shades of Parody: Das Buch

Oder: wie NSFW das Internet trollte.

„This is a test: Is is possible, that a terrible written book that makes no sense but has just has a lot of banging might just win the heart of lonely housewifes everywhere?“

Ok. Ich erkläre es euch: Über Monate hinweg ist „Fifty Shades of Grey“ auf den ersten drei Plätzen der Verkaufscharts. Und der Rest? Bücher, die auf der Modewelle mitschwimmen. Ähnliche Cover, viel Sex, komische Berufe. NSFW haben eine Gruppe von Leuten eine 30 seitige, unzusammenhängende Story mit viel Sex zusammenschreiben lassen, es für $0.99 Cent als Ebook eingestellt, und das Internet drauf losgelassen. Mit dem Ergebnis, dass andere sich von den herausragenden Verkaufszahlen haben begeistern.

Eine Debatte über diese Trollaktion findet sich übrigens in den Kommentaren der Negativbewertungen auf Amazon. Ich finde es faszinierend, was für eine ausufernde Diskussion sich in den Kommentaren verstecken kann.

Ich fand die Aktion lustig. Der Spaß war mir definitiv den einen Euro beim deutschen Amazon wert. Leider ist die Aktion hier in Deutschland nicht wirklich bekannt geworden.

50 Shades of Parody: Youtube

Am interssantesten an der „Shades of Grey“ Modewelle sind die Parodien, die sie hervorgebracht hat.  Obwohl das Original bereits eine hervorragende Quelle für abendliches Amüsement im Freundeskreis sein kann, übertreffen die Parodien das Original um Längen.  Vorallem die Vielfalt finde ich faszinierend. Ob Youtubevideo, Musical, Twitter, Kickstarter…. überall wird parodiert.

Eine gute Zusammenfassung der ganzen Story bietet der Folgeroman „Fifty Shades of Mom Porn“:

Ebenfalls sehr schön ist „Fifty Shades of Grey- the Musical“, in welchem eine begeisterte Leserin, eine Haterin und ein heimlich Lesender zu Worte kommen. Die Produzenten des Musicals haben das Buch übrigens nicht gelesen, sondern kommentieren wirklich nur die ganze Diskussion drumherum.

„Fifty Shades of Gay“  nimmt die Interviewszene („Oh mein Gott habe ich ihn wirklich gefragt ob er schwul ist???!!!!11111) und den Edward Grey auf die Schippe.

„Fifty Shades of Gary“  parodiert die Qualität der Story und der Sprache. Am Anfang mag das Video etwas seltsam wirken- die Auszüge sind jedoch wirklich zum Schießen. Garys und Pamelas Sexescapaden treffen den Ton des Originals auf den Punkt 😉

„Fifty Shades of Blue“ ist eine gereimte Triologie mit animierten Bildern unterlegt…. Wenn ich es den Kommentaren richtig entnehme wurden das Ganze inzwischen als Kindle Ebook veröffentlicht.

Und abschließend eine Anleitung, wie man ein so hervorragendes Buch wie Fifty Shades of Grey schreiben kann 😉