[Bones 3×03 ] 1. Ein Fetisch namens Pony Play

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Dies ist Teil 1 der Serie Bones 3×03: A horse named Ed.
Es empfiehlt sich, die Serie chronologisch zu lesen.
[Spoiler alert!]

Eine Leiche wird gefunden, männlich, mit abgetrennten Füßen. Die Ergebnisse der Obduktion und weitere Recherchen zeigen, dass es sich um Ed, ein menschliches Pony handelte, der diese Seite seiner Persönlichkeit mit seiner Besitzerin wochenends auf einer Farm auslebt, während seine Frau von nichts ahnt. Die „Convention“ ist noch im vollem Gange als die Ermittlungen einsetzen, und so erhaschen wir mit Booth und Bones einen Einblick in das Ausleben seiner Vorlieben. Bones erklärt Booth das Geschehen:

Booth: „What is going on here?“
Bones: „It’s a fetish“
Booth: „So the idea here is, that one is the horse and the other’s the rider?“
Man: „Basically.“
Bones: „Well, this isn’t about the horses, it’s about a dominant vs. submissive bounce of power. A variation of sadomasochism.“
Booth: „Those people are eating from throughs. Do you think this is sexy?“

Ich kenne mich im Bereich des Pony Plays nicht genug aus, um die Kategorisierung grundlegend zu diskutieren. BDSM ist hier sowohl Fetisch als auch „Variation des Sadomasochismus“. Mit der Darstellung zufrieden sind Pony Player jedoch nicht.
Bones scheint sich jedenfalls auszukennen, Booth ist skeptisch, aber nicht völlig abwertend und fragt sie nach ihrer Meinung. Bones fungiert als erklärende Instanz. Das könnte eine gute Ausgangslage sein, und doch gräbt bereits der folgende Satz das Grab für den Ausgang der Diskussion:

Bones: „Fetishism is a way of indulging in sexual activity without actually engaging emotionally with the other person as a fully formed human being.“
Booth: „But Sex is all about engaging. If you don’t wanna engage you just stay home and… you know….“
Bones: There’re Masturbation fetishes which often involve womens shoes….“

Einmal davon abgesehen, dass dies keine Antwort auf Booths Frage war- der nach ihrem persönlichen Empfinden gefragt hatte- wirft Bones in ihrer Antwort Begriffe durcheinander und kommt so zu einem fragwürdigen Ergebnis.
Zuvor ordnete sie Ponyplay noch den Spielarten des BDSM zu. Wie zutreffend diese Klassifizierung ist will ich nicht bewerten, sicher ist aber, dass es eine gemeinsame Schnittmenge dieser Bereiche gibt. Fetischaspekte spielen natürlich auch mit hinein, aber den entscheidenden Unterschied führt Bones bereits auf: Es geht neben dem reinen Fetisch vor allem auch um zwischenmenschliche Aspekte. Ponyplay ist kein Masturbationsfetisch, bei dem zufällig auch andere Menschen anwesend sind. Bones argumentiert im Folgenden aber so.
Halten wir fest: Ponyplay= Sadomasochismus = Fetischismus

Bones Antwort zu diesem spezifischen Fetisch ist eine Theorie zu Fetishismus im Allgemeinen. Ich erkläre mir ihre Aussage wie folgt:
Grundannahme 1: Fetische sind etwas sexuelles
Grundannahme 2: Fetische beziehen sich auf einzelne Details und blenden Emotionen aus.
Grundannahme 3: Es gibt sexuelle Aktivitäten, bei denen man sich emotional auf den ganzen Menschen einlässt.

–> Durch die Fixierung auf das Detail, die sexueller Natur ist, lässt man sich nicht mehr emotional auf den ganzheitlichen Mensch ein.
–> diese emotionale Distanz ist gewollt.

Eds Besitzerin stellt ihre Gefühle später passend zu diesem Konstrukt dar:
Anni:„I fell in love with him. […] not romantically, but the way a young girl falls in love with her first pony“. […] „I didn’t want to marry the man, I just wanted to play with the pony.“

Gegen die Trennung sage ich im Prinzip nichts. Fetische an sich funktionieren nach diesem Prinzip. Bones macht jedoch keine vernünftige Trennung zwischen „Sadomasoschismus“ und Fetisch, sondern vermengt es, wie sie lustig ist und überträgt die Ergebnisse des einen Aspekts auf den Anderen.
Ich denke nicht, dass etwas dagegen spricht, Gefühle und BDSM zu trennen, genauso wie man auch ohne Liebe Sex haben kann. In diesem Falle bilden sie jedoch aufgrund einer fehlerhaften Gleichsetzung und Verallgemeinerungen die Grundlage für eine folgenschwere Argumentation.

Weiter gehts im nächsten Kapitel: 2. Das Pony in Uns – Bones argumentiert

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