Viermal Billy, bitteschön!

Regal3

Für das Khaos.kind und zur Diskussion in p-pricken.de: Meine Bücherregale. An der Zahl sind es 4 in meinem Zimmer, plus eins im Wohnzimmer für Bildbände.

Auch wenn ich nicht mehr soviel lese, sind mir meine Bücher heilig. Sie spiegeln für mich wichtige Aspekte meines Lebens wider, mit jedem einzelnen verbinde ich etwas. Es fällt mir sehr schwer, Bücher auszusortieren, dennoch stehen die meisten meiner Kinderbücher bei meiner Großmutter auf dem Dachboden. Die Kinderbücher, die ich mitgenommen habe, sind mir besonders wichtig. In dem Zuge ist auch das rosafarbene Ding oben zu erklären: diese Puppe mit Sandbauch hat mir meine Mutter zum 6. Geburtstag genäht. Noch mit Glatze kam sie zu mir, erhielt meinen zweiten Vornamen als Namen, und war seit dem mein Baby. Ihr wuchsen zu Weihnachten Haare, und ein weiteres Weihnachten erhielt sie eine Gesichtshauttransplantation, da ich versuchte, Schmutz wie an mir mit Nivea abzureiben. Ich war eine sehr liebevolle Puppenmutter. Noch immer kenn ich kein gemütlicheres Kopfkissen als sie 🙂
In meinem Freundeskreis wird sie zu Rollenspielzwecken gerne als „Horrorkind“ missbraucht.

Und mal im Ernst: ein Zimmer mit Buchregalen sieht gleich tausendmal gemütlicher aus. Und mein Zimmer besteht fast nur aus Buchregalen 🙂

Regal 1+2: Hauptsächlich Belletristik

Früher sortiert nach: 1. Chronologisch nach Lesealter 2. Genre 3. Autor 4. Reihe 5. Verlag 6. Größe 7. Farbe.

Heute:Wo es eben Platz findet. Einige Abschnitte sind verhältnismäßig sortiert, andere halb sortiert, durchtrennt von einigen Ausreißer, andere komplett durcheinander.

Zu 90% sind es Bücher, die ich vor meinem 16. Lebensjahr gekauft habe. Erschreckend, wie wenig ich in den letzten Jahren gelesen habe…

Linkes Regal
(von oben nach unten)

1. Bücher, die zu groß für andere Reihen sind. Die Höhlenkinder… aus unerfindlichen Gründen hab ich da vier Exemplare von. Ich mochte die Reihe sehr gerne, das handwerkliche Vorgehen zu Überleben. Nachts im Bett malte ich mir oft aus, in die selbe Situation geraden zu sein. Heute kann ich das Buch nicht mehr lesen, da mir die dargestellte „Menschheitsgeschichte“ zu sehr ins Auge springt. Daneben Jugendsünden wie die Tagebücher von Cobain. Schnell weiter.Regallinks

2. Taschenbücher. Oh, da sind einige meiner Lieblingsbücher von damals dabei. Wie jeder zerissene Jugendliche, der in Selbstmitleid ertrinkt und sich von der Welt ausgeschlossen fühlt stand ich natürlich voll auf Hesses „Steppenwolf“. „Alanna“ hab ich mir so oft aus der Bibliothek ausgeliehen, das schließlich nur noch eine Reihe meiner Benutzernummer hinten drin stand. Ich liebte Geschichten von Mädchen, die sich als Jungen verkleiden. Ich hatte leider etwas zu schnell etwas zu viel Brust entwickelt für dererlei Spirenzchen.

Mein Abstellboard. Das Tarot hab ich einmal gekauft, da ich einen kartenlegenden Larpcharakter erstellen wollte. Mit dem Duct tape wird mein Zimmer zusammengehalten- ernsthaft. Sowohl mein Kleiderschrank als auch mein Bett-Kopfteil. Ich rate aber davon ab, Kaffeemaschinen damit zuzutapen. Hitze+Klebstoff=eher mittel.

3. Jugendfantasyromane, hardcover. Man sieht, dass ich gerne alte Bibliotheksbücher aufgekauft habe.

4. Jugendfantasy, softcover. Früher viel Hohlbein und Bradley…. zu Bradley gehörte für mich das Lied „Girls Girls Girls“ von den Sailor… und da ich besonders die Sexszenen bei ihr mochte, ist das Lied für mich ein Inbegriff meiner Jugendfantasien geworden. Ob diese Fatasien in ihrem Sinne waren? Ich bezweifel es stark.

5. meine liebsten Kinderbücher, insbesonders „unsere kleine Farm“ (hat fast nix mit der Serie zu tun). Ich wollte immer ein braves Kind sein, wie Laura, aber es hat nie geklappt… über 4 Jahre hinweg habe ich zu jedem Geburtstag und Weihnachten eins ihrer Bücher bekommen. So bin ich quasi mit ihr aufgewachsen. Ich befürchte ja immer noch, dass sie schuld sind, dass ich Korsetts liebe.
Und natürlich Astrid Lindgreen. Hab sie tausendmal gelesen, Ronja Räubertochter wurde mir mit 6 von meiner Mutter verboten, es sei zu spannend… neben den Comic Strips in der Hörzu und dem viel zu langsamen Vorlesetempo meiner Eltern war das ein Grund schnell lesen zu lernen. Ronja wurde neben Laura zu meinem zweiten großen Vorbild. Passte vielleicht auch besser 🙂 Ich muss Freud aus meinem Kopf rauskriegen, der passt gerade so schön: Laura als „Über-ich“, Ronja teils „ich“ teils „es“. Laura, die immer ihrem Vater gefiehl, Ronja, die sich gegen ihn wendete, was er schwer verkraftet hat…. das kommt mir alles irgendwie bekannt vor…

6. Kinderbücher. Die Reihen haben mich früher zum verzweifeln gebracht beim Sortieren. Meine liebsten Bücher: „Sarah, die kleine Prinzessin“, „Der geheime Garten“und „Der kleine Nick“- nach ihm wurde mein Cousin benannt. Mein Vater läuft jedesmal blau an vor Lachen, wenn er das vorliest. Ich liebe seine Art, es vorzulesen, und habe ihn so vor ein paar Jahren noch einmal drum gebeten…. aber mehr als eine halbe Seite hat er nicht geschafft 🙂

7. „Ab 18“. Warum in der untersten Reihe? Es ist hauptsächlich Schmarn. Und das Kamasutra verhindert, dass das Regalbrett drüber durchbricht. Ich weiß gar nicht, was ich am wenigsten empfehlen kann. „Verbotenes Verlangen“, in welchem alleine auf der 1. Seite das Wort „Club“ mindestens sieben mal verwendet wird? Oder doch lieber „Lust auf weibliche Dominanz“ mit dem äußerst hilfreichen Vorschlag- da Leder ja pfui bäh ist und Latex viel besser- sollte der Partner einen Lederfetisch haben, diesen aus ihm herauszuprügeln und einen vernünftigen Fetisch in ihn hinein? Ich bin von beidem maßlos überzeugt. „Manga Love Story“ las ich bei als Frühaufsteher bei meiner ersten Fernbeziehung. Ich sag nur Bananen und „spritz spritz“. Knauers Sittengeschichte der Welt ist noch von meinem Großvater geerbt. Oh, seine Bibliothek hat mich auch ein wenig geprägt: eine Roahl Dahl Geschichte (wie „der verschwindene Liebhaber“ aus „Habla con Ella“ mit anderer Motivation“), Eine sehr anregende Szene, die angeblich aus „120 Tage von Sodom“ stammte, und eine brutalere Version meiner eigenen Phantasien war- aber letztlich nichts mir dem Kram zu tun hatte, die de Sade verbrochen hat. Leider. Und Beschreibungen von Ritualen aus fremden Religionen und Kulturen. Heute sind all die Bücher aus unerfindlichen Gründen verschwunden- bis eben auf die Sittengeschichte, die ich damals stibitzt habe.

Rechtes Regal:

1. VHS+ DVDs. Ich wollte mir immer noch mal einen VHS Spieler kaufen… „Mein Leben ohne mich“ fand ich mit 15 toll, trau mich noch nicht, ihn wieder zu sehen. „But I’m a cheerleader“ kann ich sehr empfehlen. Eine knallbunte Satire über US-amerikanische Homoumerziehungscamps. Ebenso „Schreibe mir“, ein bayrisch- bolivianischer Film. Von ruhigerer Machart, aber einzigartige Mischung 🙂Regalrechts

2. Das aktuellste Regalbrett: Englische Bücher, Forensische Biologie, John Irving, Wächter der Nacht, Daniel Tammet. Ich habe mir angewöhnt, in jedem Urlaub mindestens ein Buch zu lesen. Dieses darf ich aber erst im Urlaubsland selbst kaufen. „Born on a blue day“ von Daniel Tammet hab ich in Liverpool gekauft, „The world according to Garp“ von John Irving in Polen, „M or N“ von Agatha Christie in Litauen. „The cidre house rules“ und „die Entdeckung des Himmels“ sind wohl meine Lieblingsbücher der letzten 7 Jahre gewesen.

Abstellboard. Wer zum Teufel kommt auf die Idee, mir Parfüm zu schenken???? Der Schenker der Seifenblasen kannte mich da schon besser. „Damit du deine Spielkinder beschäftigt hältst“. Ein kleiner, nach den Blasen schnappender Wolpertingerwelpe hatte auf jedenfall seinen Spaß daran.

3. Ursprünglich mal historische Romane, jetzt Mix. Aus „Die dreizehnte Dame“, meinem ersten Thriller, wollte ich seit 3 Jahren ein Rollenspielabenteuer machen. Die Charaktere stehen bereits, ebenso der erste Teil der Handlung, sowie einige Handouts. Aber so wirklich den Mut gehabt, selbst einmal zu leiten, hatte ich bisher nicht. „Die Stadt der Blinden“- sehr tolles Buch. Ohne Kapitel und fast ohne Absätze- was passt, da es einen packt und nicht wieder loslässt.

4. Fantasy. Es fehlt: Rumo. Das hat mir mein letzter Partner in einer Woche Schwedenurlaub vorgelesen. Toll find ich aber auch die Hörbuchversion von Dirk Bach. Schiffbruch mit Tiger hat mir damals auch sehr gut gefallen. Ein Buch, bei dem der Protagonist über hunderte von Seiten alleine mit einem Tiger auf einem Rettungsboot treibt? Es funktioniert. Oh ja. Und bitte bis zum Ende durchlesen.

5. Jugendromane + Sachzeugs. „Alles Sehen kommt von der Seele“ ist eine wunderschöne Biographie über die taubblinde Helen Keller. Artemis Fowl kam später hinzu. MMn sehr zum Vorlesen geeignet, da kurzweilig und lustig. Wie gesagt, war ich früher ein großer Fan der „Alanna“ Buchreihe, „Dhana“ gefiehl mir ebenfalls. Ich habe diese Bücher tausendmal gelesen, ich liebe die Welt und die Charaktere einfach… und George würde ich von der Stelle weg heiraten. Von wegen „Team Jacob vs. Team Edward“- „Team Jonathan vs. Team George“… und wer würde sich nicht für den Dieb mit den blitzenden haselnussbraunen Augen entscheiden, der plötzlich nackt hinter dir steht und dir eine Klinge an den Hals hält? Noooom.

6. Fantasy, Jugendromane. Man sieht bereits, dass ich früher gerne Geschichten aus dem alten Rom gelesen habe. Dann ist dort eine signierte Ausgabe von Salomon Sally Perrels „Ich war Hitlerjunge Salomon“- mein erster Zeitzeugenkontakt. Aus „Das Mondpferd“ ist mir besonders die Erotik des Nackens hängen geblieben. Oh, und was hat Rilke hier verloren? Das Seminar war jedenfalls äußert interessant. Und das lag nicht nur daran, dass wir uns Pizza in die Bibliothek bestellen durften.

7. Kinderbibelreihe mit schönen Bildern, „Kasperle“ Bücher“- die ersten Bücher, die ich heimlich unter der Bettdecke gelesen habe. Ich musste so laut lachen, dass ich Angst hatte, erwischt zu werden. „Ich stirpse!“ rief Mister Stops. „Ich stirpse!“. „Wir Kinder aus Nr 67“. Mit dieser Buchreihe bin ich ebenfalls aufgewachsen, jedes Jahr 1-2 Bände. Damit habe ich erstmals etwas vom Nationalsozialismus gelesen. Meine liebsten Bände waren der 2. (der Maskenball) und der Band, in dem die Kinder auf der Insel gestrandet sind.

Unibücherregal:

Ursprünglich wollte ich ein Regalbrett für Bio und eins für Deutsch haben. Das ging aber nciht auf. Und ganz ehrlich? Wirklich verwendet hab ich die wenigsten- die Technik und der Geldbeutel haben andere Wege vorgeschrieben. Klar, der Campbell ist die Bibel des Biostudenten, und ohne den Weddige und Buschs Einführung in die Linguistik hätte ich nicht überlebt. Aber sonst? Regal2
Das Vorwort zu „Grundzüge der Literaturwissenschaft“ war fast Grund für mich, in der ersten Woche das Studium zu schmeißen- kaum ein Text später war auf diesem hohen Niveau. Oder erscheint mir das nur so?
„Cambridge English Grammar in Use“ ist das beste Grammatikarbeitsbuch, dem ich begegnet bin.
Ganz unten sieht es nach der Reclam-Abteilung aus- ist aber einfach eine Formatsortierung. Da steht eine wunderschöne Ausgabe der Edda in Frakturschrift (Mit 3,5€ eins der tollsten Schnäppchen!), mein erster Reisepass, und Henry Borell „Wu Wu“… laut meinem Vater seine Weisheit des Lebens…. werd ich wohl mal lesen. Daneben das Buch, welches mir vom Titel her genau das erschien, was ich als atheistisches Mädel mit Ethikvorstellungen an einem katholischen Gymnasium gesucht habe: „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“. An Kant Schreibe kapitulierte ich jedoch leider.

Das letzte Regal:

Ganz unten stehen ausgeliehene Bücher, ein ausgeliehenes Laptop, damit auch alles brav zurückkommt…
regal2bEhrlich gesagt hab ich aber keine Zeit gefunden, die Fantasybücher zu lesen. Irgendwie fehlt mir inzwischen auch einfach das Interesse daran. „Psychologie für Dummies“ hat die Lust geweckt, einmal ein richtiges Buch zu dem Thema zu lesen. „Mord im Gurkenbeet“ war bereits sehr vielversprechend, der Stil hat mir großen Spaß gemacht. Janosch „ich liebe eine Tigerente“ ist eine wunderbar zu lesene Satire über eine sehr selbstlose Beziehung. Die Firefly DVDs hab ich meinem kleinen Bruder geschenkt und meine ganze Familie angesteckt-seit dem stehen sie bei mir, damit ich arme, unschuldige Gäste damit quäle 🙂 „Fermats letzter Satz“ werd ich wohl als Nächstes lesen. Ein mathematischer Krimi? Die ersten zwei Kapitel sagen mir auf jedenfall bereits zu.
Darüber meine Jugendaufklärungsbücher und Eheratgeber. Da sind echte Schätze drunter. Van der Veldes „Die vollkommene Ehe“ fehlt leider gerade, sehr zu empfehlen. Über den Rest berichte ich später ausführlich.

Normalerweise stehen dort auch noch mehr Bücher, die sind momentan aber auf meinem Büchertisch:
Regal4

Mein Arbeitsbuchstapel für die Bachelorarbeit, zu der ich nun zurückkomme. Genug prokrastiniert für heute!

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