Die Wurzel des Bösen

„Mach mich glücklich“-Teil 1:
Ursprung und Charakteristiken des Sadomasochismus

Machmichglücklich Warnung! Wir plädieren nachdrücklich dafür, alle Einzelheiten verantwortungsbewussten Sexualforschern zu über lassen, die Jugend und vor allem auch die Frauen davor zu bewahren.

Und weiter geht es in dem historischen Sexualratgeber  „Mach mich glücklich“: Heute lernen wir, wie sich der Sadismus und Masochismus beim Mann und der Masochismus bei der Frau zeigt, und wo jeweils seinen Ursprung hat. Denn wer in dem mordernen Glauben bleibt, dass dies für beiderlei Geschlechter gleich sei, irrt!

Der Ursprung des Sadismus ist „in vorgeschichtlicher Zeit“ zu finden, „als der primitive Mann sich seiner Frau, auf die er traf, gewaltsam bemächtigte und sie unter seinen Willen zwang. Dabei kam es gewiß manchmal zu Verletzungen und Verwundungen des Weibes, das der größeren physischen Kraft des Mannes, auch wenn es sich wehrte, regelmäßig unterlag.“ Der Sadismus ist hier also ein Art Relikt primitiver Paarungsformen. Der Autor führt auch auf, dass eine Vielzahl von Frauen eine derartige Vergewaltigung schätzen- keine echte Statistik, aber interessant zu lesen, wenn man bedenkt, dass auch heute Vergewaltigung zu den Lieblingsphantasien der Frauen zählt.
Dieser Art von Rapeplay bringt der Autor noch Verständnis entgegen, äußert daraufhin jedoch sein komplett fehlendes Verständnis Auspeitschungen gegenüber, wobei die ausgepeitschte Frau (die Rollenverteilung ist hier klar) sich ihm am wenigsten erschließt.

Eine gegenteilige Rollenverteilung stellt er im folgenden Kapitel dar. Hier sind es ganz klassisch die hohen Manager, die Frauen gegenüber „die Rolle eines Schülers oder Kindes, eines Dieners oder gar Sklaven“ einnehmen. Die Gründe hierfür werden später behandelt. Dafür erhält der Leser eine Darstellung, wie man sich die Unterwerfung der Manager vorstellen kann:
„Wenn sie ihre Veranlagung sublimieren können, beten sie in der Frau das Weib an, knien vor ihr nieder, küssen ihre Füße, setzen sich ihren Fuß auf den Nacken. Aber meist erniedrigen sich die Masochisten zu ekelhaften oder lächerlichen Dienstleistungen, bitten um Schläge, lassen sich fesseln, stechen und beißen oder frönen tierischen Lüsten wie dem Cunnilinctus*“(*kein Rechtschreibfehler, sondern laut Glossar ?hündische Aftergeschlechtlichkeit?)

Die Darstellung ist also keineswegs positiv, sondern bewertend: „ekelhaft“, „lächerlich“ und „tierisch“. Interessant finde ich, dass der masochistische Mann immer der aktiv Handelnde ist, ER setzt sich IHREN Fuß in den Nacken- nicht sie ihm. Er lässt alles an sich geschehen, über die ausführende Frau macht sich der Autor keine Gedanken, wahrscheinlich, da er kein Erklärungskonstrukt zu bieten hat. Für den masochistischen Mann führt er jedenfalls die Zivilisationsverhältnisse als Ursache auf.
Was haben wir also gelernt? Masochistische Frauen lassen sich auspeitschen, masochistische Manager demütigen. Nach der heutigen Einteilung würde man sagen, dass der Mann alleine die D/s Seite erlebt, beiderlei Geschlecht auch die S/M Seite. Die aktive Frau wird dabei niemals direkt erwähnt.

Der Mann tut dies, weil er von der Zivilisation verdorben ist, die Frau erleidet aufgrund alter primitiver Wurzeln. Aber noch weitere Ursachen werden in diesem Kapitel genannt:

  • Masochismus ist zumeist anerzogen. Misshandlungen in Kindheitstagen führen zu sadomasochistischen Spielen (ganz schlimm war das ja in England?.)
  • Sadismus wie Masochismus ist Ausdruck von Schwäche oder soll eine solche überdecken.
  • Sadisten kompensieren Minderwertigkeitskomplexe, sind beispielsweise ihrer Lebensaufgabe nicht gewachsen, können ihre Frau nicht befriedigen? das lassen sie als Sadisten an den Masochisten aus und holen sich so das Selbstbewusstsein, um den Alltag zu meistern.

Im Folgenden wird dann verletzendes Verhalten dem Ehepartner gegenüber mit SM gleichgesetzt. Ja mehr noch, auch realsadistische Taten werden in einem weiteren Kapitel insgesamt zu den Sadomasochistischen gezählt, indem eine Auflistung von Tatbeständen von Gerichtsprozessen in Missbrauchsfällen erfolgt. Lehrer, die sich an den Züchtigungen der Schüler aufgeilen, Väter, die ihre Töchter missbrauchen, Mütter, die ihre Kinder schlagen?

Kein Wunder also, wenn der Leser kein gutes Bild vom BDSM erhält, wird es doch mit Missbrauch und Cholerik gleichgesetzt. Aber: Hoffnung darf aufkommen, denn: Sadismus ist heilbar!

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2 Kommentare zu “Die Wurzel des Bösen

  1. Ach du Scheiße, wie alt ist das denn bitteschön? Das Cover sieht so nach 80ern aus…

  2. gwenyvere88 sagt:

    *lach* ein Stückchen daneben- es ist von 1959:
    http://teufelshorn.wordpress.com/2011/03/01/mach-mich-glucklich/

    (Links überarbeite ich gleich einmal)

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